Mittwoch, 17. Oktober 2007

Hot news für hot people

So, alles unter Dach und Fach. Klausuren bestanden, wenn auch wenig glamourös. Wenn juckt es, mich jedenfalls nicht. Visum ist da, Flug gebucht, am 10.11.07 geht mein Flieger nach Chicago. Von da aus sind es noch 2 Tage Fussmarsch bis nach Milwaukee. Wahlweise geht wohl auch der Zug oder ein Monster Truck.
Leider hab ich immer noch kein Zimmer gefunden, aber auch das wird sich irgendwie finden lassen. Eine Couch habe ich jedenfalls schon sicher. Auf jeden Fall alles ne ganz komische Geschichte. Sind nur noch 24 Tage. Heiligsbächle.
Wer will kann mich auch gerne besuchen kommen. So wie es aussieht habe ich leider keine Zeit für Ganztagsbespaßung weil es dort in der Uni Anwesenheitspflicht gibt, aber irgendwie bin ich ja auch zum Studieren da. Ab Juni mach ich aber Diplomarbeit, da muss ich bestimmt nicht hingehen.

Wenn nicht sowieso noch ein unglaublich lukratives Angebot einer weltweit renommierten Plattenfirma dazwischenkommt. Denn genau danach sieht es gerade aus. The Polyplastics haben ne neue Scheibe produziert und die wird bald verschickt. Mein lieber Mann, 5 schöne Lieder, so schön, dass…ja, also irgendwann. Weiss auch nicht. Auf jeden Fall n Knaller.

Jetzt Labels suchen und Fussi gucken. Warum ich letzteres tue weiss ich auch nicht. Glaube es gibt Bier.

Peace out
tobyplastic

Donnerstag, 4. Oktober 2007

Nerdy by nature

Da war ich 2 Wochen weg vom Fenster. Eher gesagt mein Herr Computer hatte eine zu wilde Party gefeiert und kam noch feucht fröhlicher in meinen Geburtstag als das Geburtstagskind. Am nächsten morgen war er etwas verkatert bis kaputt und dann Versicherung weil war nicht meine Schuld und so. Egal, läuft.
Ansonsten habe ich mir ein neues Nasenfahrrad besorgt, und was für eins.


Am Rand treten leichte Fisheyeeffekte auf wenn man durchsieht, das ist n bisschen irritierend, aber auch witzig. Und mal knappe 40 Jahre alt, besser als jedes Retromodell für 200 Eurotaler.

Danke Streik, morgen nehm ich einfach den Zug um halb sieben und dann leck mich deutsche Bahn. N bisschen arg früh.

Und Samstag Hamburg. Praktikantengehalt verballern. Bis es nicht mehr für die Rückfahrkarte reicht.

Sonst noch. Warten auf Klausurergebnis, vorher keine Vorfreude auf USA. Nachher klappt das nicht, dann war umsonst freuen. Wenigstens wäre es umsonst. Überleg ich mir noch mal.

Mehr is nich. Alles piano jetzt mit ohne lernen. Gut so.

Donnerstag, 30. August 2007

So schmeckt der Sommer

Bah. Soeben habe ich zur Belüftung meines im Mädchen Stil eingerichteten Zimmers mal das Fenster geöffnet und da war er, der Moment. So ähnlich wie nach dem Winter, wenn man das erste Mal das Gefühl hat, wieder etwas zu riechen, wenn es das erste Mal leicht warm wird. So war das gerade, nur genau andersrum. Dieser Moment, es ist nass und es ist kalt und man denkt: „Kacke, das ist aber nass und kalt.“ Und genau so riecht es dann. Nach Herbst. Nach, sich morgens auf dem Fahrrad die Eier verkühlen, nach den Zug verpassen und 50 min in Gifhorn in einer schlecht Wind geschützten Ecke auf dem Bahnsteig auf den nächsten warten, nach nach Hause gehen und da wartet ein Ordner zum Lernen, nach nichts zu Essen im Kühlschrank, nach um 19h von der Arbeit kommen und um 6h wieder aufstehen müssen, nach dein Mitbewohner präsentiert die saubere Spülmaschine die ausgeräumt werden will und er macht das eh fast immer und auch sonst viel bis alles aber du denkst dir es ist wie bei einem alten Ehepaar, dass dein Tag aus 3 Stunden „Freizeit“ besteht, in denen du am Besten noch irgendeinen langweiligen aber lebensnotwendigen Kack erledigen musst, wie bei der USA-Visa Stelle anrufen und dich für 1,8 Euro/min erst 5 Minuten von einer Computerstimme mit Informationen versorgen lassen musst, die du eh schon alle kennst um dich anschließend von dem total frechen, unhöflichen, dreisten Telefonpisser auf arrogante Art und Weise beschimpfen zu lassen nur weil du einen verkackten Termin brauchst, oder beim Zahnarzt anrufen musst, während er, dein fast Ehepartner, Semesterferien hat seit ungefähr grob geschätzten 20 Semestern und wann sein Tag anfängt willst du gar nicht wissen, aber wahrscheinlich nicht vor Mittag und da kann man das mit den 2 Minuten Müll rausbringen-Job und der Spülmaschine jawohl mal machen, es riecht nach zeitweise zweifeln und dem Gedanken –wasistwenn- ich das doch nicht schaffe, ich das doch nicht will, mir das doch nicht gefällt, es riecht nach mal wieder zu schüchtern sein und nach viel zu viel nachdenken, wenn denn dafür überhaupt mal Zeit ist, nach sich eine Holga kaufen und dann keine Zeit zu haben und wenn dann doch, dann geht die Sonne gerade unter, nach alle fahren in den Urlaub nur ich nicht, nach ich hab nicht viel mitbekommen vom Sommer, nur im Radio gehört, dass da eh nicht soviel war, aber auch nach, ich hätte eh nicht gewusst wohin mit mir und was zu tun gewesen wäre, es riecht nach alles ist cool, so kann es bleiben aber auch gleichzeitig schon wieder so penetrant nach Zwangsveränderung, nach die Sache nicht in der Hand zu haben und den Dingen ihren Lauf zu lassen, es riecht nach Nutella und nach Käse und nach falschem Satzbau und eigentlich war das gerade nur der Moment, indem es das erste Mal nach dem Sommer so nass und kalt ist, dass man an den Herbst riecht.

Dienstag, 28. August 2007

Bonjour Francois

Nachdem man mir neulich eine Aufgabe mit den Worten „Frag mich nicht, ich hab das noch nie gemacht, ich hab keine Ahnung“ überreicht hat, war heut einiges los auf Maloche. Ich hab das nämlich auch noch nie gemacht und auch keine Ahnung. Aber hinter den sieben Bergen bei den sieben höchstwahrscheinlich hübschen Französinnen sitzt Francois, in Paris, Stadt l’amour, und der hat den Plan. Ruf den doch mal an. Gesagt getan, viel bla, wenig Blub, was ich wollte hat er nicht verstanden, lag aber daran dass ich es auch nicht so genau wusste. Am Ende auf jeden Fall telefonisch weitergeleitet an einen Herren im Gebäude nebenan. Also von uns nebenan, Gifhorn Bad Ass City.
Ansonsten verlässt mich jetzt schon wieder die Lust hier was zu schreiben. Außerdem muss ich noch was für die FH tun. Das Leben könnte so viel schöner sein. Ich hab keine Lust mehr zu studieren.
Salut

Donnerstag, 16. August 2007

Wicked

Wenn meine chinesische Mitarbeiterin statt „Gegen Italien“ „GenItalien“ versteht und statt „Beach“ immer „Bitch“ sagt, ist das tatsächlich witzig.
Wenn in meiner WG eine Party ist und ich um 6 wegen arbeiten aufstehen muss, ist das nicht witzig.
Wenn ich immer noch nicht weiß, ob ich zum Dockville fahre oder mein Gewissen beruhige und lerne, ist das höchst spontan.
Wenn mir jemand jemals gesagt hat, „sei doch mal spontan“, dann zu Unrecht.
Wenn ich jemals jemandem Unrecht getan hab, dann tut es mir leid.
Wenn mir jemand Mitleid entgegenbringt, mag ich das nicht.
Wenn ich was nicht mag, steh ich halt nicht um 6h auf und feiere einfach.
Wenn ich doch nicht feiern gehe, ist die Vorlesungszeit vorbei.
Wenn etwas vorbei ist

Freitag, 10. August 2007

Wer hat an der Uhr gedreht? Ist wirklich schon wieder ne Woche um…spät?

Kommt n Pferd in die Bar. Sagt der Barkeeper: Was machen Sie denn für n langes Gesicht?

Okay okay, einer noch. Besser nicht. Großartige Fips Asmussen Stimmung hier. Ungefähr so spannend wie Schlecker TV und sich übers Studivz zu unterhalten in eins multipliziert mit Tausend serviert als Beilage zu Broccolinussecken in der Mensa.
Und jetzt Wochenende. Heil, heilfroh mal nicht irgendwo hinfahren zu wollenkönnenmüssen. Einfach mal so den Bimbam baumeln lassen. Füße hoch, dran ersticken. Fahrrad flicken. Sachen kaufen, hin und her laufen, saufen - mal gucken, bittere Pille schlucken – lernen, Brille suchen Flug buchen, Wäsche waschen, Bad putzen, Gras haschen – nicht…langweilich.
Nichts vor und doch so viel zu tun. So ein Leben will gepflegt und organisiert sein. Ich will eigentlich weder Pflege noch Organisation. Rumhängen wäre mal cool. Und Praktikum schon wieder 2einhalb Wochen rum. Ist ja nicht so, dass jetzt ausgebremst würde, weiter mit Höchstgeschwindigkeit. Immer volle Pulle.
Sonst? Klar man. Ich schreib gerade an einer Biographie über meine 3einhalb Jahre Lübeck. Total gelogen. Blenden wo geht. Jetzt schreib ich nur: Aus den Augen, aus dem Sinn! So als Stadt gesehen. Heimat ist halt doch woanders. Eigentlich wie Julizitat: Das war ne geile Zeit! Bla bla. Das erste Jahr war ober shit, ich erinner mich ungern. Nr. 2 und 3 bis 3.5 war Rollercoaster. Auf und ab und auf und ab und am Ende irgendwo mittig. Eine Hand voll Leute ohne die das Leben dort nichts gewesen wäre ausser langweilig vielleicht. Und eine Hand voll Leute, ohne die das Leben dort n Bisschen besser gewesen wäre. So weit, so lala. Höhepunkte und Tiefschläge, wie das Leben halt so spielt. Und wenn es einem mal übel mitspielt, einfach mal für 4 Monate sich und die Welt vergessen. Kreativ nutzen und deine Lieblingsband gründen. Und Flucht nach Mexiko. Lichtblick.
Viel schreiben, wenig sagen. Eins steht wie ne 1. Wenn ich nicht gezwungen werde du altes Lübeck, sehen wir uns erst am St. Nimmerleinstag wieder. Frühestens. Oder ich komm mal zu Besuch für n Wochenende, dann aber nicht wegen kleinen grünen Gassen und deinem Innenstadt Pennymarkt.
Jetzt. Braunschweig meine Perle. Wenn das so weitergeht, bin ich hier noch weg bevor ich gefühlt angekommen bin. Obwohl ich gerne ankommen würde. Vielleicht dieses Wochenende mal runterkommen. Nur der dumme August, kann auch hier nichts als schlecht Wetter. Aber alter, wenn wir hier schon über das Wetter palavern, sind wir am Ende.
Ende

Freitag, 3. August 2007

Dies komma klar

So Wochenende. Was soll ich sagen. Nix wa. Alles dufte soweit. Hab mich rasend schnell eingelebt. Mitbewohner sei Dank. Schwager sei Dank. Keine Zeit für Langeweile. Job sei Dank. Gestern Simpsons gesehen und lange nicht mehr so gelacht. Heute Kneipentournee durch Braunschweigs einzige drei Läden wo gut sein sollen. Hab ja auch nicht soviel Zeit, also alles auf einmal. Morgen back to Lübeck. Diesunddas erledigen. Kek lässt 25 gerade sein, gibt ein, is klar.

Dienstag, 31. Juli 2007

Da freute sich die Fee und kratzte sich am Sack

Braunschweig ist für mich wie ein 500 Teile Gedächtnispuzzle. Ich kenn viele Teile und muss sie nur noch zusammenfügen. Die Innenstadt habe ich gerade mal ganz gut zusammengebaut. Ziellos umherirren ist ja auch eines meiner Steckenpferde und besser als sinnlos im Zimmer sitzen. Also ein einsamer Stadtrundgang mit etlichen Aha Effekten, nicht die Band, zum Glück. Oft um die Ecke gucken und denken, alles klaro, kenn ich. Eigentlich war das an jeder Ecke so, genauer genommen wusste ich meistens schon vorher, was mich hinter der nächsten Ecke erwartet. Vom Feeling her ein gutes Gefühl. Weniger hektisch als Lübeck, leiser. Schnuckelig klein, unaufgesetzt, unspektakulär, wenig trendy, solide, bodenständig, ehrlich. Ich glaube mit Braunschweig bekommt man nicht die Liebe auf den ersten Blick, eher eine Beziehung die sich entwickelt. Nicht der Diskoaufriss, mehr das Mädchen das man jeden Morgen in der S-Bahn anlächelt und nach langer Zeit anspricht. So wie eine CD die man erst ganz gut findet und die einem dann mit jedem hören besser gefällt und wenn man sie dann noch über Kopfhörer hört, entdeckt man plötzlich ganz neue Sachen. Mal sehen welche Puzzleteile ich morgen einbauen kann.

Sonntag, 29. Juli 2007

Tanzinitiative Osnabrück e.V.

So richtig schön verkatert macht doch alles gleich viel mehr Spaß. Das Wochenende bringt den Kater diesmal zwangsweise mit sich. Freitag Geburtstagsfeier beim Trampas. Quasi Oldschool. Mit Fußballturnier, dafür war ich leider zu spät, und danach Lagerfeuer, dafür war ich pünktlich. Alles sehr ländlich gehalten. Irgendwie gabs Bier und Jägermeister. Warum ich bei dem Sprit nicht einfach mal „Nein“ sagen kann, weiss ich nicht. Eigentlich echt nicht lecker. Benni und ich waren dann die letzten am Feuer und gewissenhaft wie wir nun mal sind, haben wir das ganze noch gelöscht. Im ganz großen Feuerwehstil will ich meinen.
Samstag war dann WG Party in Osna. Da gabs schon wieder Jägermeister. Wenigstens hau ich mir davon keine rauen Mengen mehr rein. Uwe hat mich zum Glück davon überzeugt, dass so ein Wasser zwischendurch auch mal ganz gut tut. Und obwohl ich noch 2 Buddeln getrunken hab, fühl ich mich gerade matt. Die Party war aber schön.

Und jetzt gondel ich schon wieder hin und her. Von Osnabrück nach Braunschweig. Das rumgeeier geht mir ehrlich gesagt ziemlich auf die Eier. Anstrengend. Teuer. Zeitaufwendig.
Bei der Platzwahl im Zug kann man durchaus größere Fehler machen. Ich hab heute fast alle gemacht, so was von unaufmerksam. Erst setz ich mich neben so einen vierer Platz wo 2 Mädels und ein Typ sitzen. Dass die ziemlich nerviges Zeugs erzählen hätte ich mir denken müssen. Dazu in naher Entfernung ein quakendes Kind und hinter mir sitzt so ein Vogel, der scheinbar den übelsten Bierschiss hat. Hätte ich nicht gerade das riesen Gepäck, ich würde schon woanders sitzen. Mal sehen ob ich gleich die Kraft dazu finde. Wenn das so weitergeht kommt mir auf jeden Fall noch der Mok hoch. Die nächsten zwei Stunden werden zwei ganz harte. Und belastbar bin ich heute nicht gerade.

Mittwoch, 25. Juli 2007

Braunschweig die Erste

Das läuft rund. Rund läuft das. Heute in die neue WG gegangen, gleich mal n Kaffee zusammen getrunken und dann mit meiner neuen Mitbewohnerin in die Stadt auf Jobsuche, für sie, ich bin ja ausgelastet. Mein neuer Mitbewohner schaut gerade mal ob er ne Mitfahrgelegenheit für mich findet, dann muss ich nicht immer Bahn fahren, da ist auch gerade Bauarbeit und Streik und wenn ich ehrlich bin, versuche ich es zu vermeiden, dass die Bahn mein Geld bekommt. Drecksladen.
Meine „Vermieterin“ studiert Graphikdesign und hat dazu noch n Regal mit allerhand Büchern die ich gut finde. Von allen Bändern zu „per Anhalter durch die Galaxis“ über Stanley Kubrick Bücher und allerhand anderer Kram und noch einige gute DVDs.
Wenn jetzt noch der Job cool ist, dann hab ich mal den absoluten Hauptgewinn gezogen. Quasi das rote Herz der Losbude, freie Auswahl.
Mir fällt auf, das Rundlaufen auch anstrengend ist, deswegen häng ich mich jetzt hier irgendwo hin und entspanne.

Wenns einmal läuft, dann läufts

Ist quasi wie beim Pipi machen. Nur viel besser. Die letzte Woche war ungefähr so turbulent wie ein Flugzeugabsturz, nur halt in gut.

Dienstag
morgen den letzten Test geschrieben, danach nach Braunschweig gefahren und am

Mittwoch
Um 14h zum Vorstellungsgespräch. Da das Praktikum klar gemacht und direkt von da aus wieder nach Lübeck. Angefangen Kartons zu packen und das am

Donnerstag fortgesetzt. Nachmittags nach Hamburg und exzessiv gefeiert. Mit dem 6h Zug am

Freitag
morgen nach Lübeck. Duschen, Zähneputzen und um 8h an der FH im Sekretariat gewesen, natürlich verstrahlt wie Strahlen. Leider war die Sekretärin am Freitag nicht mehr gewillt mir meinen Wunsch zu erfüllen. Egal, wieder nach Hause und bis 15h gepennt. Um 19h zum Abschiedsfest der Amerikaner. Nachts nach Hause mit der ganz vielen komischen Leuten die gerade von der Travemündener Woche kamen, voll wie ich am Donnerstag, na doppelt so voll waren die.

Samstag bin ich um 11h zum Baumarkt, Kartons und Farbe kaufen (Danke Mika fürs fahren). Danach hab ich dann mal komplett mein Zimmer in Kartons verpackt. Damit war ich fast fertig um Mitternacht am

Sonntag.
Da wurde ich etwas müde, also bin ich mal in das Parkhaus gegangen, wo ich verabredet war auf ein zwei drei Abschiedsbier. Aus drei wurde etwas mehr und um halb 6h morgens war ich irgendwie in der Wakenitz baden. Um 7h im Bett und 11:30h aufgewacht. Nicht gut. Aber da ich mein Zimmer streichen musste, hab ich einfach mal angefangen. Das ging auch mal bis nachts. Und eins steht fest. Nie wieder werde ich mein Zimmer rot streichen, das zu übermalen ist schlimmer als Hitler. Und nie wieder werde ich eine Tapete als Gästebuch auf einer Party freigeben. Dieser grüne Stift hat sich immer wieder in die neue Farbschicht ein gesogen, selbst nach dem dritten Anstrich kamen die Gänse wieder durch.

Montag
Früh bin ich noch mal zur FH und hab das letzte Dokument für mein Praxissemester besorgt, bevor ich den Umzug vorbereitet habe. Um 14h kamen Kek und meine Eltern und dann wurde der ganze Kram eingepackt und danach noch geputzt. Was ich hier so in einem Satz schreibe, war etwas anstrengender. Danke für die Hilfe, ohne wäre es nicht möglich gewesen. Eben noch mein Verstärker aus dem Proberaum geholt und dann 4 Stunden Heimfahrt nach Bad Iburg. Alles wieder ausgepackt und schon war es 12h nachts. Um 1h in das Bett gehen hat jedoch niemanden daran gehindert um 6h

Dienstag
wieder aufzustehen um die letzten Stunden des Umzugswagens zu nutzen und eine wunderschöne Ledersofasitzkombi nach Bielefeld zu fahren und mal direkt bei meinem Bruder in den dritten Stock zu schleppen. Gibt nichts Schöneres morgens um 8h. Danach die Karre weggebracht und ab nach Haus für ein paar Stunden. Zug um 15h nach Braunschweig und direkt zur WG Zimmer Besichtigung mit Vorstellungsgespräch. Das hatte ich irgendwann am Wochenende geregelt. Das war alles sehr cool. Nette Mitbewohner, großes Zimmer für 250 Taler. Da hab ich gleich mal zugesagt. Was ich hab, hab ich. Und Schlüssel hab ich auch schon. Kann losgehen. Nach einer Stunde quatschen und kennen lernen wurde ich direkt von meinem Schwipp Schwager dritten Grades der eigentlich mein richtiger Schwager ist, abgeholt. Auch er hatte ein Sofa im Bulli das getragen werden wollte. Juhu. Bei der Gelegenheit durfte ich auch gleich seine Mutti, Tante und Onkel kennen lernen. Dazu gab es leckeren Salat und ein Ratequiz, bei dem ich mich als Schwager outen musste. Danach ein Sofa zurück zu Mutti, ein anderes in den Bulli. Dann zur Wohnung und 3er Ledersofa in den dritten Stock hoch. Da war es dann auch mal nachts und ich etwas gerädert.

Heute Mittwoch, ein freier Tag. Ausschlafen und jetzt mal gucken. Keine Ahnung, vielleicht mal realisieren was eigentlich gerade so läuft. Der Abschied in Lübeck war kurz und schmerzlos, weil keine Zeit war.
Morgen geht die Maloche los. Und für das Wochenende melde ich mich schon mal für Osnabrück an.

Freitag, 20. Juli 2007

Kiez

Wow. Was für eine Feier. Für mich war es sozusagen die Abschiedsfeier. Wohl vorerst das letzte mal auf den Kiez gegangen, das dann aber auch richtig. Auch gut wenn man vorher schon weiss, dass der erste Zug erst um 5h oder so fährt. Abknicken gilt also nicht. Durchhalten war allerdings bis zu der Zugfahrt kein Problem.
Ich war extra etwas früher nach Hamburg gefahren, noch mal n schönen Tag machen und so. 16h war ich also da und dann sind wir, Kris, Mika und ich, erstmal in das Schanzenviertel und haben uns mit Plunder vom Portugiesen vollgestopft und ein wenig in der Sonne gehockt. Sehr entspannt also alles. Dann sind der Herr Krauss und seine Schwester und Freund dazugestoßen und weil die Karlsruhetruppe ja immer einen bechert, gabs dann im Strandsalon das erste und zweite Bier. Das dritte gabs dann beim Kumpir auf dem zur Frau Weilerin. Da wurde großartig Wii gespielt und vom Boxen habe ich echt Muskelkater. Mein Sport ist auf jeden Fall Tennis. Auch wenn Herr Krauss mich mit seinem Knallharten Aufschlägen doch noch bezwungen hat. Danach ging es auf den Hamburger Berg. Da war erstmal nicht so viel los, aber mit sieben Leuten kann man ja schon mal was los machen. Und so ging es von Laden zu Laden. Und irgendwann natürlich wieder in die Thai Oase. Karaoke. Das war auf jeden Fall mal wieder großartig. Und „Wind of Change“ hab ich im Blut. Ich bin quasi „Wind of Change“. Da war es ungefähr 3 oder 4 Uhr und schon alle Lichter an. Bei mir jetzt. Die ersten 4 Partykanonen haben sich dann verabschiedet. Was blieb war die 3 köpfige Truppe vom Anfang. Und etwas Zeit galt es ja noch zu überbrücken. Deswegen ging es noch in die China Lounge. Eintritt frei für Studenten, schön dachte ich mir. Also rein da. Klar, dass da irgendwo ein Haken war. 2 Bier ein Sekt bidde. 11 Euro…Okay. Welches der Biere kosten denn jetzt 8 Euro? Naja, da einen in Hamburg hoffentlich niemand kennt, haben wir tatsächlich auf so einem Podest getanzt. Voll übel. Aber da sind irgendwo alle etwas durchgedreht. Irgendwann war es dann aber auch mal gut und wir sind gegangen. Noch n Gartensalat bei Mc Donalds wo sich der Mob versammelt hatte. Meine Güte, was für bräsige kleine Testosterongestörte Vollpfosten so Freigang haben ist echt nicht mehr feierlich. Mein tiefstes Mitleid für die Mitarbeiter dieser Filiale. Ich glaub ne Pizzazunge vom Ditsch hatte ich auch noch. Keine schlechte Idee. Im Zug bin ich natürlich wieder gnadenlos eingeschlafen. Und aufm Heimweg hab ich wahrscheinlich auch keine gute Figur abgegeben. Viel besser aber noch, dass ich dann direkt zum Sekretariat meiner FH musste um noch ein Wisch für mein Praktikum zu holen. Also ne Dusche genommen, n paar Kaugummis, ne Flasche Wasser besorgt und ehrlich gesagt total müde und verstrahlt zur FH gefahren. Das war nicht schön. Nein, das war es nicht. Und den Zettel bekomme ich erst Montag. Auch doof. Aber kann ich nicht ändern.
Nach 6 Stunden Schlaf fühle ich mich immer noch ziemlich platt. Und eigentlich muss ich gleich zum Abschiedsgrillen mit den Amerikanern. Da hab ich gerade mal richtig Lust zu.

Alles egal. Der Abend war gelungen und es war wirklich schön noch mal mit genau diesen Leuten einen drauf zu machen. Den Kater nehme ich gern in Kauf.

Donnerstag, 19. Juli 2007

Blick zurück: gestern

Zack Zack. Nur keine Pause machen. Gestern den letzten Test geschrieben. Gestern noch nach Braunschweig gefahren. Den Ernstfall fürs Vorstellungsgespräch geprobt (Danke Daniel, danke Janina), dann auch schon totmüde ins Bett gefallen. Heute wäre ich gerne einfach liegengeblieben. Aber von nichts kommt nichts, also 14h Vorstellungsgespräch beim IAV. Der Tip vom V-mann war, locker und selbstbewusst zu sein. Ganz ohne Koks ging das natürlich nicht. Naja, die Aufregung die von 11 bis 14 Uhr in meiner Magengegend ganz komische Sachen verursacht hat, war zumindest im Gespräch weg, das war auch alles total nett da und gut und ich bin so was von motiviert da anzufangen. Und das obwohl es nichts mit Audio zu tun hat. Also, das hat mir wirklich richtig gut gefallen. Und die anderen Praktikanten haben auch auf den ersten Eindruck sympathisch gewirkt. Und mein Stock im Arsch war diesmal auch weniger groß. Also alles cool, morgen krieg ich Bescheid.
Danach bin ich direkt wieder in meinen Privatjet gestiegen um nach Lübeck zu kommen. Für meinen Anschlusszug in Lüneburg war es natürlich unmöglich drei Minuten zu warten. Aber leck mich am Arsch Deutsche Bahn, heute bringst du mich nicht aus der Ruhe. Nicht an meinem Glückstag. Oder hatte ich nicht gerade einen Schokoriegel umsonst bekommen, weil der Automat noch 50 Pfennige stecken hatte. Ausgetrickst hab ich den Verein und bin über Hamburg gefahren.
Zu meinem Entsetzen allerdings musste ich feststellen, das Martin und Kristoffer gerade nach Hamburg fuhren als ich gerade nach Lübeck loswollte. Falls sich ein halbwegs nettes Mädchen findet aus Hamburg, das meine Freundin sein will, einfach mal melden. Ich brauch da ne Übernachtungsmöglichkeit für die nächsten Wochenenden. Meine Qualitäten: nach Schnaps riechen, betrunken rumpöbeln und wehleidig verkatert sein. Verkatert hörten sich allerdings auch die andern 2 Kollegen an, also da wäre heute wohl nicht mehr so viel passiert. Aber morgen geht’s auf den Kiez, das steht fest. Heute Abend hat mir der Penny mit seiner Öffnungszeit bis 22h wenigstens noch billig Bier beschert.
Und jetzt? Ich packe meine Sachen und nehme mit: Alles! Kartons vom Dachboden und alles einpacken. Fühlt sich weder gut noch schlecht an, einfach nur ein Bisschen komisch. Zeit zum nachdenken bleibt eh keine. Aber das ist vielleicht auch ganz gut so. Sonst komm ich noch schlecht drauf und das braucht jetzt kein Mensch.

Samstag, 14. Juli 2007

Lebenszeichen

„Tobi. the man“, aufgewacht am 14.07.07. Die Aufwachursache ist noch ungeklärt. Es wird vermutet dass ihm 12 Bier und ein brauner Muntermacher über die Leber gelaufen sind und sich anschließend ein Fellknäuelartiges Tier mit der Geschmacksrichtung Rauhaardackel auf seiner Zunge ausgebreitet hat.
Die Motive der Tat sind noch ungeklärt. Eine Verbindung zur Gruppe der Al Lübecker Tresenmaßacker wird indes nicht ausgeschlossen. Die Gehirnzellen tappen weiter im Dunkeln, erste Aussichten auf Verbesserung versprach das Kleinhirn allerdings gegen Nachmittag bei Tee und Gebäck.

Mittwoch, 11. Juli 2007

noch was

Wenn jemand den Drang verspürt mir eine kleine Freude zu machen, guck mal hier. Ein Traum in weiss. Und dann noch hier, ein Traum in schwarz. Und falls ich mal in einen Topf voller Geld falle, könnt ihr mich hier einschließen für eine Nacht. Schade, dass es sowas in Deutschland nicht gibt. Aber dafür in jeder Stadt 3 mal H&M. Fuck they all look the same!

Ihr persönliches Wochen- Horoskop

Beruf: Die Woche wird durchwachsen. Ihr Superduper Tag ist definitiv der Dienstag. Nach kurzer Vollgasvorbereitung die auch am Montag noch andauert, gelingt Ihnen Ihre Klausur in Microwaves besser als erwartet. Die Stimmung verbessert sich schlagartig, als Sie per Email gefragt werden, ob Sie diese Woche noch Zeit für ein Vorstellungsgespräch haben. Aber Achtung, freuen Sie sich nicht! Sie haben nur Donnerstag Zeit und werden Mittwochabend immer noch keine Antwort und keinen Termin bekommen haben. Kommen Sie nicht auf die dumme Idee sich profilachtisch zu diesem Anlass zu rasieren, das sieht nämlich Scheisse aus. Versuchen Sie es Donnerstag früh wieder ihr Glück. Weitere Überraschungen erwarten Sie Mittwoch nicht mehr. Die Klausur Principles of Communication versemmeln Sie mit Ansage, da Sie wissen, dass man ein Semester nicht an einem Abend wiederholen kann. Versuchen Sie nicht, sich beschämt aus dem Raum zu schleichen, Sie werden auf dem Flur Ihren Professor treffen und in ein verständnisvolles Gespräch verwickelt, was Ihren wunderschönen kurzen knappen und gefühlvollen Brief auf dem sonst weißen Klausurdoppelbogen überflüssig macht.

Wetter: Die Sonne scheint Ihnen aus dem Arsch, nicht. Ihr Rossmannregenschirm stellt sich nicht nur als schlechter Windschutz heraus, sondern auch als unzuverlässiger Kollege im Kampf gegen Nieselregen, da er undicht ist. Am Wochenende werden 27° C erwartet. Sie kühlen das Bier auf 8°C und lernen irgendwo für Elektromagnetische Verträglichkeit.

Gesundheit: Sie verbrennen Energie wie selten. Ihr Hungergefühl geht allerdings gegen Null. Ein Nudelgericht am Mittwochabend knirscht außerdem völlig unbegründet zwischen Ihren Zähnen. Ihr dauerhafter Adrenalinpegel senkt sich erst am Freitagmittag schlagartig, was mit Ende der Control Systems Klausur zu einer inneren Leere führt, die mit Schnaps am Abend gefüllt werden möchte.

Geld: Entweder man hat es, oder man hat es nicht. Sie haben es nicht. Achten Sie auf das Vorzeichen beim Blick auf Ihren Kontoauszug.

Liebe: Sie erhalten zwei Emails von Ferkelmädchen42 und freuen sich, dass da doch jemand an Sie denkt.

Sonst noch so: Sie markieren eine neue Rekordmarke im Sammeln dreckiger Teller am Mittwoch. „19“ Stück + Zubehör, gut gemacht. Schauen Sie gelegentlich in die Tassen, ob Getränkerückstände schimmeln. Falls ja, tun Sie so, als hätten Sie es nicht gesehen.

Guter Rat beim Blick in die Kristallkugel: Hören Sie zum Aufheitern Sublime, Moneybrother, Art Brut und Dirty Pretty Things. Kaufen Sie sich irgendwann mal wieder eine sechste Gitarrensaite.

Hätte ich das doch bloß letzte Woche schon gelesen.

Montag, 9. Juli 2007

Something glorious is about to happen

Na sowas. Jetzt ist es schon wieder 10 Uhr und ich bin auch tatsächlich gerade erst nach Haus gekommen. Aber verpasst hab ich hier wohl auch nichts. Ich hätt nicht wenig Lust mal die Füsse hoch zu legen, aber die stehen schon wieder unter dem Schreibtisch. Soviel Einsatz für ein kleines Bisschen Hoffnung. Das Schönste zum Schluss, die Formelsammlung. Und um 14h morgen gehts rund. Die viel größeren Sorgen mach ich mir wegen übermorgen. Da muss ich mir irgendwas einfallen lassen. Ob mich da irgendwas retten kann? Man kann nicht mal schummeln, weil man eh alles mit in die Klausur nehmen darf. Das macht es allerdings nicht leichter.
Irgendwie würd ich hier auch gern mal wieder über was anderes schreiben. Okay, Ende des MOnats bin ich evtl. in Osnabrück. Muss ja auch umziehen und so. Und überhaupt, renovieren. Ui. Viel zu viel alles. Egal, der Tramp feiert Geburtstag, vielleicht kann ich es ja einrichten, das wäre schön. Jetzt erstmal ne Nachtschicht, da ich die Tagschicht auch schon hatte, bedeuted das Doppelschicht. Wenn da am Ende nicht mindestens ne 4 bei rum kommt, dann wäre das mal zaghaft ausgedrückt, ganz schön fürn Arsch.

Sonntag, 8. Juli 2007

I like to move it move it

Besser konnte der Tag gar nicht starten. Um 6h unzärtlich geweckt durch Sturm klingeln von irgend so einem Vollpfosten geweckt, der wohl bei meinem Mitbewohner nächtigen wollte. Als ich Schlagring und Unterhose übergestreift hatte und dem Oberarsch die Tür öffnen wollte, war mit mein anderer Mitbewohner schon zuvor gekommen und war noch näher dran den Typen zu Mus zu hauen als ich. Das war alles gar nicht schön, vor allem weil ich erst um 2 nachts im Bett war. Nachdem ich irgendwann mit einer leicht abschwächenden Überdosis Adrenalin (so darf meiner Meinung nach nur die Feuerwehr klingeln) wieder eingepennt bin, hab ich danach natürlich erstmal verpennt. Danach irgendwann hab ich eine Kontaktlinse verloren beim ins das Auge reintun, glücklicherweise allerdings hat die an der Rückseite vom Bett geklebt, gestoppt kurz vor einer Staubmaus.
Dann war ich ne Stunde zu spät zum lernen mit den Kollegen, aber die waren auch alle ne Stunde zu spät. Wir ergänzen uns also ganz gut. Das Lernen war dann leider wenig spektakulär, effektiv oder sonst irgendwie irgendwas. Ob die Aufgaben soviel Eindruck hinterlassen haben wie die norwegische Mitbewohnerin kann ich erst morgen sagen, wenn ich beides wieder sehe und dann merke, an was ich mich erinnern kann. Uh, du heisse Microwellen-Aufgabe, benimm Dich.
Meine Chancen für die eine meiner Klausuren sehe ich auf jeden Fall ähnlich miserabel wie die bei der Norwegerin.
So, und weil das jetzt schon wieder 10 Uhr abends ist und ich um 10 Uhr morgens schon wieder zum lernen verabredet bin, lerne ich jetzt einfach noch ne Runde.
Meinem Mitbewohner war die Klingeling- Geschichte auch sehr unangenehm und er hat sich noch entschuldigt, kann er ja nicht mal was für so richtig.
Mal sehen wie ich morgen geweckt werde. Da meine Mitbewohner wohl keine Austauschstudentinnen kennen die hier morgens betrunken reinstürmen, gehe ich mal davon aus, dass da einfach nur meine Anlage „klick“ macht, dann höre ich wie immer 45min lang die Libertines, dann irgendwann stehe ich unwillig auf, nach der Dusche bemerke ich, dass ich nichts mehr zum Frühstücken habe, dann geh ich irgendwann los und dann komm ich abends irgendwann wieder wenn der Supermarkt nicht mehr auf hat und lerne wohl noch weiter. Nach der Woche ist vorerst das Schlimmste geschafft. Deswegen ist es okay. Danach kümmere ich mich nur noch um meinen Kater. Das dann aber auch von morgens 10 bis abends 10.

Freitag, 6. Juli 2007

Mein lieber Herrgesangsverein

Wow, ich hatte gerade den Zustand totaler geistiger Verwirrtheit erreicht, als ich um halb neun abends aus meinem Schönheitsschlaf erwacht bin, der ehrlich gesagt eher kontraproduktive Wirkung hatte. Aufgrund der Tatsache, dass ich letzte Nacht bis halb drei meine dumme „traffic simulation“ zuende programmieren und dokumentieren musste, gepaart mit heute zur Ersten in die FH und dann lernen bis sieben und eh voll viel zu tun und so, stand ich eben etwas neben mir und Augenringe und ziemlich zerknittert. Und dann krieg ich noch im Delirium mit, dass um neun irgendwer vorbeikommt, um die Wohnung anzusehen. Stark, aufräumen, jetzt.
Die erwähnte Simulation hab ich dann heute auch mal gleich eingereicht, was ja auch der letzte mögliche Termin war, weil die Vorlesungszeit ja schon wieder rum ist. Dass ich das Ganze dann allerdings nicht mal simulieren musste sondern nur n bisschen erklären sollte, was ich da so gemacht hab, war dann total toll, weil ich ungefähr 5 Stunden mit Fehlersuche verbracht hab für einen Fehler, den also niemand gemerkt hätte. Erzählen was ich da so gemacht hab, war mit „Ich hab das so kopiert vom letzten Semester“ leider nicht ganz getan. Allein den Sch… zu verstehen und umzuändern hat mich so knapp 20 Stunden meines Lebens gekostet. Wenn nicht noch mehr. Dementsprechend nervöses Auftreten und kurzzeitige Unkenntnis bei einer Frage, hätten fast einen Herzinfarkt bei meinem Gegenüber verursacht. Dem hab ich dann aber doch noch das Leben gerettet und mich ganz wacker geschlagen und jetzt ist das auch mal endlich erledigt.
Wie erwähnt, letzter Vorlesungstag. Schon wieder neigt sich ein Semester dem Ende. Für meinen Geschmack geht das mal alles viel zu schnell. Mit meinem Austauschprogramm bin ich da irgendwie in so einen Strudel rein geraten, der nicht aus Vanilleeis und Blätterteig besteht. Das letzte Jahr war so vollgeballert mit Arbeit, dass die Wochen unbemerkt vorbeigezogen sind. Und jetzt? Jetzt langsam ahne ich erstmals worum es bei dem Austauschprogramm hauptsächlich geht. Austausch. Das sieht mir wieder mal ziemlich ähnlich. Erst handeln, dann denken. Mir sagt man ja manchmal ich solle mir nicht so viele Gedanken machen, ich hab manchmal das Gefühl, ich sollte mir mal zum richtigen Zeitpunkt Gedanken machen.
Heut hab ich dann noch mit einem Ami gelernt und dann haben wir uns bei Google Earth die Welt angeschaut und er hat mir erzählt, wo ich ungefähr überall mal hin müsste in USA. Guter Plan an sich und Recht hat er, und Bilder hatte er, und alles ganz schön. Nur Zeit hat man ja nicht so viel und Geld jetzt auch nicht. Aber so hier und da mal hin wäre ja auch ganz nett.
Aber wie es so oft ist, lernt man die Sachen erst zu schätzen, wenn sie nicht mehr da sind. Ich vermisse u.a. SIE jetzt schon bei dem Gedanken daran, für den Fall, dass ich sie bald nicht mehr haben sollte.




Und während mir Lübeck City oft genug auf die Eier ging (zu Recht) und ich oft hier weg und Praktikum in Hamburg machen wollte, muss ich Trampas zitieren, einen weisen Mann: „Ich glaub in Hamburg kann es einem auch Scheisse gehen!“ Der Standortfaktor ist halt nur einer von vielen in der Formel zum Glück. Und weil Zitate so toll sind: „Que sera sera, what ever will be will be“, “Abwarten, Tee trinken!” und eins vom Falko “Es kommt eh immer alles anders als man denkt”.
Ich mach mich dann mal locker und versuch einfach nicht mehr drüber nachzudenken. Irgendwas geht immer.

Mittwoch, 4. Juli 2007

It’s a bit complicated

„Das ist nicht mein Untergang, hab’ gerad erst damit angefangen!“. Ein musikalisches Clickclickdecker Zitat zu Beginn. Äußerst raffiniert. Denn im Stile der Titanic hab ich mir zu meinem kleinen Untergang heute zum Erhalt der guten Laune eine Kapelle an Deck geholt in Form der aktuellen Art Brut CD. Gibt ja sonst nix zu lachen, denn für die Hobbies „mit Freunden treffen, lesen, Party, Sexy Car Wash, Rock und Roll und Butterfahrten“ bleibt momentan eher keine bis keine Zeit.
Heute war SPS Test. Dit is ja nich so mein Ding wa. Jenauso wie ick Berlinern kann, kann ick SPS. Ich sag mal nichts weiter. Der Prof. ist aus Berlin und ich hab ne 3. Danke.
Und jetzt bis Dienstag erstmal keine Prüfung. Dann kommts allerdings ganz dicke. Auwei, ich bin jetzt schon ganz überrascht. Geburtstagsfeier für Freitag nächste Woche ist schon geplant. Mit den Amerikanern, ruhig Blut, ich hab nicht Geburtstag. Ich hab einfach nur keine Ahnung.
Dann mal keine Zeit verschwenden.

Dienstag, 3. Juli 2007

Lübeck City Rules



Mein Gott. Da passiert SOWAS knapp 8 Hausnummern weiter direkt in meiner Straße und wer sitzt vorm Schreibtisch und kriegt nix mit? DER hier!!!

Zwei minus drei ist negativer Spaß

Hier die heißesten News vom Mr. Nachrichten. Heute Abgabe vom PLC Projekt, ganz gut durchgemogelt, war aber auch 10 mal so schwer wie andere Projekte. Egal, weg mit dem Kram, nur noch morgen den Test und deswegen heute mal die lange Nacht der…was weiß denn ich. Lange Nacht halt.

Negativer Spaß auch bei der mündlichen Prüfung mit Herrn Axer. Da hatte ich schon schönere Zweisamkeiten. Uns Jens der alte Voyeur und Papa für alles durfte zuschauen und protokollieren und mehr oder minder unauffällig das Gesicht verziehen wenn ich mal wieder total daneben lag. Die „es gibt zu viel zu tun, ich mach hier nur das Nötigste und wenn ich verkack wiederhole ich halt“ Taktik hat gegriffen und ich wurde mit einer verdienten 3.7 bestraft. Was natürlich unterdurchschnittlich ist, aber wie gesagt, ich muss ja auch noch ne Klausur nachholen und hatte deswegen noch anderes zu tun. Bleiben nur noch 5 Prüfungen und eine Projektabgabe.

Ein doppeltes „thumbs down“ für die Firma Coherent bis hier hin. Sich heute entscheiden und dann umgehend melden stelle ich mir anders vor. Wenigstens eine Absage wäre doch wohl drin. Na mal sehen, vielleicht kommt ja noch was, aber 18h ist durch.

Oh man. Klausurenzeit ist echt kein Spaß. Wenigstens ist das Wetter schlecht. Hängen die anderen nicht am See rum und trinken Bier.

Samstag, 30. Juni 2007

So this is my United States of Whatever

Langsam wird’s ernst. Zwei meiner Leidensgenossen, was Studium und Stress angeht, haben schon ihren Flug gebucht in die USA. Macht Sinn, wenn man denn schon fast alle Scheine hat. Da ich ja leider den ersten Klausurtermin nicht wahrnehmen durfte, hab ich jetzt 2 Klausuren mehr, was in Hinsicht auf Zukunftsplanung nicht gerade hilfreich ist. Wenn ich eine der 4 Klausuren verkack, hat es sich ausge-u-es-aht. Und auf Zimmersuche sind wir auch schon, weil das ja schon besser ist, mit nem USAler zusammenzuwohnen, dann spricht man nicht den lieben langen Tag lang deutsch. Und die ziehen schon im August oder September ein, und wir kommen Mitte November, macht mal 2.5-3.5 Monatsmieten doppelt bezahlen. Hat aber den Vorteil, dass man schon ne Bleibe hat und nicht in den dort schlimmen Wohnheimen ist, und die erste Zeit nutzen kann zum feiern und nicht zum Wohnung suchen.
In welcher Stadt wohne ich eigentlich nächsten Monat? Ah ja. Auch keine Ahnung. Und das, wo ich doch Pläne und Gewissheit so gerne hab.
Also eigentlich weiß ich gerade gar nichts. Nicht mal, ob ich über oder hinter den Dingen stehe.

Wie auch immer, Dienstag und Mittwoch je einen Test, steht. Wenigstens etwas Gewissheit. Nur wissen tu ich wieder nicht so viel. Und eine Woche für 3 Klausuren. Super Timing. Mein Plan war das nicht. Eine Mischung aus Ruhe und Arsch auf Grundeis, je nachdem, wie ich gerade so dazu stehe.

Gleich steh ich erstmal mit einem Bier an der Untertrave, damit die 20 Minuten einkaufen heute nicht der einzige Moment an der frischen Luft waren. Und wenn ich jetzt was brauche, dann frischen Wind.

Cheerio

Dienstag, 26. Juni 2007

the routine of the repetition

Eins steht mal fest. Rossmannregenschirme werden nicht im Windkanal getestet und da stellt sich für mich die Frage, was eigentlich beschissener ist, nass werden oder 15 Minuten lang das schäbige Gestell im Wind auszurichten. Da ich ne Schwäche dafür habe, Schirme liegen zu lassen, kann ich aber unmöglich mehr als einsneunundsechzig dafür raushauen.

Morgen geht’s nach Kiel. Eher gesagt Rendsburg. Und wenn das glatt läuft, was ich mal schwer hoffe, weil ich sonst irgendwie langsam echt gaaaanz tief durchs Klärwerk tauche, und das noch vor der Filteranlage, also wenn das glatt läuft jedenfalls, mach ich im Sommer hauptberuflich Insel-hopping auf Pellworm.

Gestern war auch schon der erste Test einer schier unendlichen Klausurenreihe. Das schwierigste war um 8h da zu sein. Der Rest ging dann halt so und als ich kurz nicht weiter wusste und ne dumme Frage gestellt hab, hab ich ne 2 bekommen und wurde mit „You are free“ entlassen. Das repräsentiert ungefähr auch die Effektivität der Vorlesung und dazu noch die Verplanung des Profs, da es nun mal in dem Fach nur Plus oder Minus gibt. Durch oder nicht durch. Könnte man nach der langen Zeit eigentlich mal wissen.

Mittlerweile kann ich auch schon die Tage zählen bis ich hier weg bin. Ehrlich gesagt hab ich damit Anfang April angefangen. Jetzt hab ich noch maximal 35 abzusitzen bis ich meiner Wohnsituation entfliehe. Die ist jetzt nicht so gruselig, aber auch nicht so der Hit. Ne eigene Bude irgendwann wird sicherlich zum Wohlbefinden beitragen, zumindest ist der Küchenschwamm dann nicht mehr voll mit Thunfischresten und im Kühlschrank gammelt nichts vor sich hin. Wir züchten auch schon wieder erfolgreich Obstfliegen. Und das bevor die Saison erst richtig anfängt. Letzten Herbst hieß es irgendwann als es Überhand nahm: Die sind ja bald weg wenn es kalt wird! (Oder wenn jemand den Müll raus bringt)

Jetzt muss ich mir mal was Dezentes zum Anziehen für morgen raussuchen. Die Zeiten in denen ich nur Kapuzenpullis im Schranke hatte, sind ja zum Glück vorbei. Meine Spekulation auf gutes Wetter und deswegen einfach n Hemd erledigen sich irgendwie gerade und n Jackett was mal gut sitzt, hab ich bis heute nicht gefunden.
Ich glaub ich zieh gleich meine Badehose an. Pellworm, ich komme, Baby.

Samstag, 23. Juni 2007

Lübeck Chicago

Chapeau Lübeck,

Die BEATSTEAKS kommen im November im Rahmen ihrer aktuellen Tournee nach Lübeck. Die angesagte Punkband tritt am 20.11.07 um 20 Uhr im Foyer auf, im Gepäck die Titel der CD ".limbo messiah", veröffentlicht im März diesen Jahres.

Und sonst noch? Turbostaat dazu. Es rappelt im Karton, 100m vor meiner Haustür, die dann nicht mehr meine sein wird. Gutes Timing Jungs, gutes Timing.

Vielleicht sehen wir uns ja in Chicago irgendwann. A propos Chicago:

If you leave me now, you'll take away the biggest part of me
No baby please don't go

Mein Kopf ist leer, ich bin verwirrt. Jetzt wird geträumt.

Und jetzt hab ich noch dolle Quatsch mit meinem Computer gemacht, ich Trottel.

Freitag, 22. Juni 2007

ich sag nice Digga, sweet Alta

Da kann sich die Merkel mal ne Schnitte abschneiden, eigentlich alle Regierungschefs. Der Putin, der weiss eh wie der Hase läuft, der Sarkozy hats am eigenen Leib erfahren. Völkerverständigung klappt am Besten am Brett. Am Tresen kommen wir uns näher, in der Kneipe, oder halt in der Brauberger Brauerei. Da wird man Eins mit den Kollegen aus Übersee. Wenn man die Pitscher zusammen leert, dann schließt man Freundschaft. Was wir zur Völkerverständigung beitragen trägt mehr Früchte als jeder G8. Vielleicht sind unsere Probleme aber auch nicht so groß. Egal.

Von seiner menschlichen Seite hat sich heute unser Prof gezeigt, als er während der Präsentation eines Kommilitonen eingenickt ist. Ab jetzt ist es mir auch nicht mehr peinlich, wenn ich erschrecke während mein Kopf Richtung Tischplatte schnellt und kurz vorm Aufprall stoppt. Solls ja geben, solche Momente.

Super auch das Labor danach, da habe ich nun drei Nachmittage zugebracht und ungefähr nix verstanden. Und das liegt nun wirklich nicht mal an mir. Es wird geredet, und anderen geht’s ebenso. Hauptsache am Ende ist ein Haken auf dem Zettel. Hauptsache der Laborbetreuer unterhält sich lieber mit spanischen Austauschstudentinnen. Kann ich fast verstehen. Aber Sinn und Zweck ist das nicht.

Außerdem noch Mittwoch nach Kiel und Vorstellungsgespräch. Der Chef hat sich am Telefon angehört wie Heinz Strunck, aber ich glaub er ist es leider nicht. Trotzdem dufte, Bestätigung und Zuneigung dieser Weise blieb mir bisher verwehrt.

Aus unsicherer Quelle hab ich leider erfahren, dass es in Kiel noch weniger spannend sein soll als in Lübeck, was sich nun absolut meiner Vorstellungskraft entzieht. Ja ja ja, ihr Patrioten, Lübeck ist wundervoll, nur erscheint es einem zuweilen etwas klein.

Zum Beispiel wenn irgendwer ein Jogginprogramm für zu dicke Kinder durch die Fussgängerzone veranstaltet. Als ich die ganzen rennenden Kinder, Feuerwehr, Krankenwagen und Ordnungshüter gesehen hab, dachte ich im ersten Moment an Bürgerkrieg. Ganz so spannend war es dann aber doch nicht. Ich war nicht im Gaza2, eigentlich haben nur ein paar Kids ihre Handy spazieren getragen und das ganze unter Aufsicht. Wer weiss warum und wie viele cKal verbrannt und wie viele Klingeltöne getauscht wurden, kann es liebend gerne für sich behalten.

Nach der Völkerverständigung sollte ich mich dann jetzt mal für morgen mit meinem Schreibtisch verständigen. Irgendwie sind in 2 Wochen Klausuren und wenn das alles wäre, wäre ich glücklich. Ist es aber nicht, Montag Test, Dienstag Labor, hör mir auf do, hör mir auf, da krieg ich ne Depression wenn ich drüber nachdenke. Irgendwie wird’s schon gehen, wie immer. Die Probleme von heute werden in 3 Jahren wieder so was von lächerlich erscheinen, weil die Probleme dann, die von heute wieder um längen übertreffen werden. So wird es immer sein vermute ich.

Andere wussten aufgrund der Zeitüberschneidung nicht, welche Bands sie sich beim Hurricane Festival ansehen sollten und welche man wegfallen lässt. DAS sind Probleme. So kanns auch laufen, ich hoffe ihr entscheidet euch richtig.

Gute Nacht


PS. DJ in Ordnung und MC K-Oz war mir tatsächlich entfallen. Vielleicht gerade weil es nie eine Probe gab. Wenn uns heute geben würde, wäre mein Vorschlag eine Split EP mit KFR zu droppen um dann fame und probs von homies zu …sammeln. nicht

Donnerstag, 21. Juni 2007

autosuggestion. heute: alles wird gut, alles wird gut, alles...

Newsticker: Berwerbung nach Kiel geschickt, freie Plätze bei einem Energiekonzern, morgen anrufen…

Kiel Brainstorming: Kiel …………………………….Kiel………………….Kieler Woche…………………………………………………………………..Smoke Blow……………………Kieeelian…………Kiieeeelimantscharo……Stop.

Kennt noch wer Stopessen? Feuerwehr. Stop. Altenheim. Stop. Gab auf jedem Kindergeburtstag unter riesigem Gelächter riesige Sauereien.

Zurück zu Kiel. Uncooler als Lübeck wird’s auch nicht sein. Ist auch mit Wasser und ja. So halt. Und ist ja ausserdem auch nur Spekulation.

Weil hier ja nix passiert ausser lernen und zur FH gehen und essen und schlafen, noch eine Kindheitserinnerung. Meine erste Niederlage an die ich mich erinnern kann. Bei einem meiner ersten Fussballtrainings hatte mein Team im Abschlussspiel verloren. Da war ich was fertig. Ich erinnere mich heulend auf dem Schoß meiner Mutter gesessen und eine Ewigkeit gebraucht zu haben, um zu begreifen, was es bedeutet wenn es mal nicht so rund läuft. Und was verlieren bedeutet, habe ich dann jahrelang beim FC Grün Weiss erfahren. Die Spiele auf dem Platz und die Ehre, die Ehre beim Schützenumzug durch das Dorf.

Ich erinnere mich auch noch daran, wie ich zum Abwehrspieler wurde. Mein Trainer Herr Plllll Pllllaa, nenn ich ihn Plato, auf jeden Fall hatte er noch diese tighten Trainingsanzüge und im Nachhinein geschätzt ne schicke RayBan Sonnenbrille durch die er mein Talent als Abwehrspieler schon erkannte bevor da überhaupt irgendwas erkennbar war. Während also 20 Minikicker ziemlich geil drauf sind gleichzeitig den Ball zu kriegen und einen Mob bilden, war der schmächtigste aller Minikicker, ich, auserkoren, den sich in meine Richtung bewegenden Mob aufzuhalten. Das nächste an was ich mich dann wieder erinnere, ist, dass meine Mutter nicht genügend Taschentücher hatte um meine blutige Lippe abzutupfen und irgendwer anderes uns eine Packung der blauen Tempos reichte. Was für ein Scheiss.

Zeitsprung von 1987 nach 1997. Etwas aktueller, und viel erfreulicher. Umzug nach Bad Iburg und in Kristoffer ihm seine Klasse reingekommen. Das war so im September grob geschätzt. Und weil jetzt schon 2007 ist, gibt’s 10jähriges. Das wird gefeiert, mit Butterbroten und Kakao.

Und in was für Bands wir schon zusammen gespielt haben. „Die Freunde der Mutter Erde“. Das darf man laut eigentlich gar nicht erwähnen. Leider ist Kris n Messie und schmeisst nichts weg, deswegen gibt’s immer noch Beweise in schriftlicher Liedtextform mit so cleveren Namen wie „Deine Eltern sind Geschwister“. Aber so richtig weit kommt man zu zweit auch nicht und naja, dann kam ja auch schon „Silent Bob“. Bis heute wurde die Band nicht aufgelöst, ein brodelnder Vulkan des Punkrock, bereit einmal im Jahr beim Dead People Tribute Schweiss in die Menge zu spucken.

Zwischenzeitlich das Projekt „T&A“ mit Benni. Vom Prinzip her simpel. Die Instrumente werden getauscht, so dass keiner was kann, und dann laut. Die Auflösung folgte schon nach der 2ten Probe nach Meinungsverschiedenheiten unter den Mitgliedern. Ich wollte Ansätze einer Liedstruktur einbringen, woraufhin unüberwindbare Diskrepanzen entstanden und zum endgültigen Split führten.

Und heute dann „the Polyplastics“. Erst 2komma5 Auftritte, aber das Beste was mir in Lübeck in 3einhalb Jahren passiert ist.

Da krieg ich Pippi inne Augen. Im August wird noch mal ein Demo aufgenommen, da muss der Durchbruch gelingen. Sonst Pause. Man. Da wird mir was fehlen.

Kris, ich mach ne Kanne darauf auf. Adelskronen Gold. Im September gibt’s Champagner. Oder Schnaps. Und in den nächsten Jahren mach ich die Kanne mit Chris und Benni auf. Da müssen wir noch mal in den Kalender schauen.

Auf euer Wohl!

Montag, 18. Juni 2007

Ich bin mit der Gesamtsituation unzufrieden!

Man stelle sich mal vor, dass man das mal nicht zum Spaße so daher spaßt. Was dann? Tja, das fragt nicht mich. Meine Stunde Null in der Praktikumssuche hat heute geschlagen nachdem ganz stilvoll per Email mit mir Schluss gemacht wurde. Da war ich den Krokodilstränen fast so nah wie der Schnapsflasche. Letztendlich hat es dann aber für beides nicht gereicht, also für alles drei nicht, Praktikum, Tränen und Schnaps. Wobei Schnaps durchaus gut getan hätte, weinen vielleicht auch, Praktikum allerdings auch. Verdammt. Ich hab verkackt.

Was bleibt ist ein Referat über Terror. Nicht meinen Psychoterror, immer noch der andere.


Wo ich das letzte Mal über den Verfall meiner moralischen Werte nachgedacht habe, diesmal Verfall berufstechnischer Werte und Ideale.

Angenommen ich will richtig dick Schokoeis und jemand hält mir eine Waffel mit Ketchup unter die Nase. Ess ich das dann weil gerade nix anderes da ist? Soll ich die hässliche Freundin von dem Mädchen knutschen dass ich gut finde, weil die ja gerade woanders rumhurt? Feuer ich die 3. Herren Mannschaft der Kreisklasse Nord an, weil mein Erstligaclub gerade auswärts spielt? Soll ich mich immer mit irgendwas zufrieden geben, was ich eigentlich gar nicht so richtig will, weil mir andere einreden wollen, dass Ketchup, hässliche Mädchen und Kreisklasse ja doch gar nicht so schlecht sein muss.

In der Not frisst der Teufel fliegen oder wie heisst es? Teufelchen, geh mir nicht aufs Ei mit deinem Scheiss!

Und auch wenn es keiner versteht, für mich macht das alles den Unterschied zwischen Motivation und Depression. Glück und Unglück. Spaß an der Sache und dem Gedanken wie ich den Tag rum kriegen soll. Zumindest bilde ich mir das ein.

Wie Oma sagt:“ Kopf hoch, wenn der Hals auch dreckig ist!“ Danke Oma, ich gebe mir Mühe. Oder auch: „Wenn es mir noch besser gehen würde, würde ich es gar nicht mehr aushalten!“

Man stelle sich mal vor, dass man das mal nicht zum Spaße so daher spaßen müsste.

Sonntag, 17. Juni 2007

Melancholie am Sonntag

Gähhn. Ich hoffe so ein Gähn Ausdruck ist nicht gleichzusetzen mit lol und rofl usw. Dann nämlich würde ich mich für den Gebrauch jenes Wortes so sehr selbst hassen wie ich vielleicht nur Senfeier hasse.

Hass beiseite. Obwohl, eigentlich sollte ich gerade ein Referat über Terrorismus in Europa vorbereiten. Hat ne Menge mit Hass zu tun. Dank meines Auslandprogramms und dem versuch einen amerikanischen Studienabschluss zu erhalten, muss ich natürlich auch die vorgeschriebenen amerikanischen Fächer erfüllen. Und dazu gehört nun mal „humanities“. Quasi Sozialkunde. Hauptsächlich ein Vergleich EU und USA. Könnte man meinen ist voll interessant, ist es aber nicht. Viel interessanter ist es, wenn man mal anfängt über interessante Dinge zu diskutieren, Waffen und son Scheiss, oder kulturelle Unterschiede. Das macht tatsächlich Spaß, auch wenn einem gelegentlich die Worte fehlen. Aber kommt leider viel zu selten vor so ne Diskussion. Ein weiteres Problem des Kurses ist die Tatsache, dass man ihn nur schwer ernst nehmen kann. Unsere Dozentin bringt ständig Schoko Crossies und Kekse mit und der Schrank im Raum ist voll mit Teebeuteln und Instantkaffee. Also genauso genommen alles sehr entspannt. Zu entspannt. Wenn es denn doch mal was anderes zu tun gibt als mehr oder minder interessante Präsentationen anzusehen dann hat man aber auch gleich 3 Aufgaben auf einmal und die nächste steht schon an der Tafel. Ganz eigenartig alles. Die Amis allerdings schreiben die Humanities Note separat aufs Zeugnis weil das ja voll die SoftSkills und Social Behavior und so zeigt, oder so, ehrlich gesagt weiss ich es nicht und ich versteh auch gar nicht wozu das alles gut ist. So lange Mutti Kekse mit in Unterricht bringt und ich n Kaffee bekomme werd ich aber auch nicht aufmüpfig werden.

Morgen krieg ich n Anruf ob ich mein Praktikumsplatz in Hannover bekomme. Nach einem Bewerbungsgespräch am Telefon am Freitag muss ich nun mal hoffen dass die mich gebrauchen können. Dabei ist mir mal wieder aufgefallen, dass man im Studium ja ne Menge lernt, aber wenn es dann mal speziell wird in einem Thema, hat man gerade mal Grundkenntnisse. Was meine Aufgabe wäre, geht zumindest viel viel viel weiter, als dat bisschen ausm Studium, aber so muss das wohl sein. Naja, so werde ich morgen also entweder manisch oder depressiv sein.

Und USA rückt näher, 4 Monate noch. Ich schnall sowieso erst wieder was los ist, wenn ich ne Woche vorher anfange meine Sachen zu packen. Aber was solls, wie hab ich so schön in meinen Lebenslauf geschrieben: ledig, ortsungebunden.

Home is where the heart is! Ich breche gleich. Dann mal lieber wieder zurück zum Hass. Ein Referat wartet.

Freitag, 15. Juni 2007

Kriminell

Mir blutet das Herz. Was hab ich nur getan? Habe ich gerade im Ihr Platz meine Ideale verraten und bin ich schon so spießig geworden? Zwei kleine Bengels sorgen für Hektik bei der Ihr Platz Filialleiterin, die leider für 2 kleine Strolche zu unsportlich ist, aber dafür die Augen eines Adlers hat. Die Jungs klauen Rasierer, also der Ältere war 14 Jahre alt, und wenn der n Rasierer klaut dann kann man sich ja denken dass er eher südländisch war. Bartwuchs mit 14 blieb mir vergönnt und die Eier zum Rasierer klauen sowieso. Ich jedenfalls hatte einige Sekunden Zeit zu überlegen was ich wohl im nächsten Moment tun sollte als die 2 den Flur entlang rennen. Irgendwie hab ich den Arm dann doch ausgefahren, was nicht ganz so „Close line“ mäßig war, dass es jemanden zu Boden geschmettert hätte, aber für ne Portion wie die Jungs hats gereicht um sie festzuhalten ohne mich umzuwemsen. Die Tatsache, dass ich nicht einen Moment lang dran dachte mir mein unbezahltes Deo zu schnappen und einfach mitzulaufen, zeigt wie unsportlich ich bin. Die Ihr Platz Filialleiterin hatte es dann doch noch geschafft das kriminelle Gesindel ins Büro zu bringen und die Polizei zu rufen. Kein Wort des Dankes an mich, keine Blumen, keine gratis Zahnpasta. Auch das Kassenmädchen sagte nichts. Bitte mein lieber Ihr Platz, für DICH tu ich doch alles.

Gut, man sollte dazu sagen, dass ich auch nicht ausgepeitscht wurde als ich im Pennymarkt einen Jengaturm, diese Spielholztürme bei denen immer drei Fischstäbchenartige Holzblöcke aufgereiht eine Etage bilden und im 90° Winkel zur nächsten Etage liegen, angefahren habe. Ein wackeliger Turm aus Paletten mit verschiedenen Grillsoßen, bei dem die Kunden zumindest eine Sorte nicht haben wollten und deswegen immer schön von unten die Besseren genommen haben. Da ich gerne mal 110% gebe, war es mir nun also nicht genug einfach nur die am schlechtesten platzierte Soße zu greifen, ich hab den Turm einfach mit meinem schäbigen Einkaufswagen gerammt. Nach kurzem Krach und einer bunten Soßenmischung auf den Pennymarktfliesen wurde ich nicht mal eines bösen Blickes der armen Verkäuferin gewürdigt. Meine Entschuldigung verhallte zwischen Knäckebrot und Katzenfutter. Ich finde, es gibt in solchen Momenten nichts Schlimmeres als Schweigen. Wer Mist baut, sollte dafür büßen. Danach fühlen sich alle besser. Selbst der, der Buße tut. Aber in Drogerien und Supermärkten scheint das ungeschriebene Gesetz des Schweigens zu herrschen. Vielleicht hat es ja sogar jemand irgendwo aufgeschrieben. Mich interessiert es eigentlich auch gar nicht.

Das klauen fang ich jetzt jedenfalls auch nicht mehr an, erstens bin ich keine 14 mehr und die Eier dafür hätte ich auch immer noch nicht.

Dienstag, 5. Juni 2007

Schwarzer Blog

Was Wortwitz angeht hätt ichs bestimmt in eine drittklassige HipHop Combo geschafft. Bin aber am Flow gescheitert.

Malwas anderes. Braucht noch wer nen Praktikanten im Bereich Audiotechnik? Ich kenn da ein, der wen kennt, und das ist eine meiner Persönlichkeiten, der sucht da was. Und während alle anderen schon was am Stizzle haben, tu ich immer noch Firmen angraben...Und es wird langsam deprimierend. Ist ein Firmenwagen im Praxissemester etwa wirklich zu viel verlangt? Ich denke nicht!
Irgendwas läuft da mächtig schief. Immerhin heisst es, E-Techniker sind gefragt wie Interviewpartner. Mich fragt keiner. Ich frag zwar überall, nur wohl die falschen Unternehmen und so verstreicht die Zeit und ich kann langsam nicht mehr schlafen. Zumindest nicht nachts, pünktlich zu Vorlesungsbeginn werd ich aber immer müde, das steht mal fest. Ich erlebe jeden Tag mehrfach die 90 längsten Minuten meines Lebens.

Vielleicht werd ich einfach Zauberer. Ein Kindertraum. Gerade hab ich aus Spiegelei Rührei gezaubert, das unter beachtlicher Rauchentwicklung.
Und jetzt Zauber ich mich mal inne Kneipe. Vielleicht fragt mich da ja mal jemand nach irgendwas...

Sonntag, 3. Juni 2007

I just don't know what to do with myself

Mein Gott, was für ein Sonntag. Jetzt weiss ich wieder warum ich Sonntage nicht mag. Sonntage sind ja dafür gemacht den ganzen Tag verkatert im Bett zu liegen, um 17-18h aufzustehen und dann nach ner Runde TV nicht einschlafen zu können. Dumm nur, wenn man nicht verkatert ist und den Plan hat den Tag zu nutzen.

Aufgrund einem saubere Socken Engpass war heute der erste Tag im Jahr für mich in Flip Flops. Passend dazu auch der erste Tag im Jahr an dem mir etwas sehr schweres auf den Fuss gefallen ist. Als ich Umzugkartons vom Dachboden geholt habe, ist mir ne Metallleiste des Bettes meines Mitbewohners schön auf den großen Onkel gekracht. Wie Mutter immer zu pflegen sagte oder irgendwer anders: „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“. Das einzige was mich zum Indianer macht, ist die Tatsache, dass ich beim Kinderfasching mal Indianer war, und das ist mittlerweile gute 2 Wochen, oder auch 15 Jahre her. Also Rothaut hin oder her, im ersten Moment tat es beachtlich weh und ich war mir, bedingt durch mangelnde Kenntnis meiner eigenen Füße, nicht so sicher ob der Zeh vorher auch schon so spackig eingedellt war. Beim Vergleich mit dem anderen großen Zeh muss ich aber sagen, der sieht genauso doof aus. Und schmerzen tuts nur noch wenn ich doll drauf drücke, lass ich das also besser mal sein.

Die Tatsache dass ich 2 Monate vor meinem Umzug anfange Kartons zu packen gibt mir irgendwie zu denken. Will ich hier so dringend weg? Ich glaub ich brauchte nur einen guten Grund mich vorm Lernen zu drücken. Hab ich auch bis 15h durchgehalten, aber dann doch noch was getan.

Sogar joggen war ich noch um 19h, alleine aufgerafft das Haus doch noch zu verlassen, ich fasse es nicht. Ein Tip noch vom Jogginpro. Vor der Joggerei lecker 2 große Schüsseln SMACKS reinziehen, dann kann man sich während der Runde die ganze Zeit darauf konzentrieren den Brechreiz zu unterdrücken und vergisst, dass alles andere schmerzt. Hat soweit gut funktioniert, nur bei der ersten Zwangspause nach 300m an einer Ampel dachte ich kurzzeitig meine Wade würde platzen. Durchgehalten hab ich dann doch mal wieder, auf die Uhr geschaut hab ich lieber nicht. Machen wir uns nix vor, die Zeiten in denen ich 90 Minuten hinter Ball und Gegner her gerannt bin und noch genug Energie gehabt hätte um mich mit meinem Feind zu prügeln sind vorbei. Mit 25 zählt nur noch ankommen.

Jetzt noch schön ne Runde Matlab, das MatheProgramm das alles kann, wenn man es denn bedienen kann. Da die Vorlesung immer nur 1 mal pro Woche ist oder gerade mal wieder ausfällt, oder ich nicht da bin weil Montags die Erste, hat man eigentlich nie einen Plan was man da gerade tut. Selbst wenn man den Quellcode abschreibt schnallt man als durchschnittlich begabter Deutscher den englischen Text zwischen den Zeilen nicht mehr, weil unsere Amis das Programm seit ihrem ersten Semester benutzen und auch noch den Vorteil der englischen Muttersprache haben, sind die einfach mal etwas flott. Ich jedenfalls immer nen Schritt dahinter und deswegen starte ich jetzt mal ne Eigeninitiative.

Und dazu? Mando Diao, an sich eher unspektakulär. Wenn da nicht Donnerstag im Stadtpark in Hamburg das Konzert mit Dirty Pretty Things und The Sounds wäre. Ich dreh durch.

Und dazu dann noch? Kaltes Bier… an sich auch eher unspektakulär. Wenn da nicht die Betablocker wären, die ich nach 4 Monaten endlich los bin. Jetzt wird die Leber wieder anders belastet.

PROST, auf Sonntage!

Freitag, 1. Juni 2007

Die Homofalle schnappt zu...

Okay, das könnt jetzt gut und gern der Titel eines Schwulenpornos sein, ist es wahrscheinlich auch, eigentlich geht’s in dem Blog auch drum. Passt ja. Eigentlich wollte ich die Welt mit einer Anekdote langweilen, wie sie so schlecht auch wieder nicht ist.

Es begab sich also zu der Zeit, als wo ich in Osnabrück wohnte. Achtung, jetzt kommts dicke und alles auf einmal. Nicht, dass es reichen würde, dass ich in der Möserstraße gewohnt habe, meine 4er WG lag im 2ten Stock in schönster Bahnhofsnähe an einer Kreuzung am Zentralen Busbahnhof, wo die Busse im Minutentakt vorbeifahren. Im Erdgeschoss Men’s Life, ein homoerotisches Erlebniszentrum mit mehreren Videokabinen und nettem Besitzer, der auch im fünften Stock wohnte und zugleich den Hausmeister gemacht hat. Im vierten Stock gingen zwei Prostituierte ihrer Lebensaufgabe nach, die auch ein kleines rotes Herz an der Klingel angebracht hatten. Man sollte meinen das würde genügen, aber so manch ein Herr klingelte trotzdem bei uns, was immer wieder zu peinlichen Situationen führte. Die Tatsache, dass ausser unserem schwulen Hausmeister, den Nutten und uns das Haus leer stand, hatte den Vorteil, dass man die Musik so laut machen konnte wie man wollte und ließ einen ziemlich leicht jede Person an der Klingel und im Treppenhaus, die nicht zu uns wollte, als Freier erkennen. Der Men’s life Besitzer zumindest hatte einen festen Freund. Gespräche an der Gegensprechanlage liefen ungefähr so:

Ich so: Hallo!?

Typ: Ja hallo.

Ich so: Ja?

Typ so: Ich wollt nach oben.

Ich so: Wie nach oben?

Typ so: Ja nach oben…

Ich so: TICK TICK TICK KLICK… Ah so, ja ne, falsche Klingel!

Gut dass die Leute dann ab und an auch nicht wussten in welcher Etage sich ihr Glück befand und dann noch mal direkt vor unserer Wohnungstür standen. Einmal bekam eine der Ladys gerade nen sprichwörtlichen Einlauf im Hauseingang von ihrem Zuhälterkollegen, ein fröhliches Hallo meinerseits auf dem Weg nach draußen konnte die Situation keineswegs auflockern und wurde auch nicht erwidert. Schade. Einen weiteren total Clichézuhälter hab ich dann auch noch mal gesehen, langer roter Pferdeschwanz, Satinhemd aufgeknöpft, Sonnenbrille, Pluderhose und schon ziemlich geleckter Typ. Tse.

Weiter zur Wohnsituation. Im Hinterhof war eine getarnte Wäscherei. Irgendwie haben die Girls da Wäsche gebügelt und bei Bedarf auch mal wen rangelassen. Mein Mitbewohner hat sich ganz gut mit dem Puffbesitzer verstanden, allerdings nur wegen des Parkplatzes im Hof, wo er seine Karre geparkt hat. Der Puffbesitzer, von uns liebevoll Puffy genannt, hat mich dann auch mal morgens wach geklingelt, weil er mit seinem ziemlich massiv gebauten Kollegen auf sein Puffdach musste. Eine wunderschön von uns als Dachterrasse umfunktioniertes Teerdach, riesengroß und nur wir hatten Zugang über ein Fenster. Schon geilo. Jedenfalls wollt er seine Sattelitenschüssel neu ausrichten. Netter Typ auf jeden fall. Hätte er aber auch gern 3 stunden später klingeln können, dann hätte ich vielleicht die Augen auf gehabt und wäre nicht mehr ganz so verkatert gewesen. Der Blick vom Dach in den Hinterhof, in dem eine nachtaktive Autowerkstatt den Anhang zu einer türkischen Spielothek bildete, werde ich auch so schnell nicht vergessen.

Direkt neben unserem Haus, quasi ohne Zwischenraum, direkt mit Wand zu Wand Kontakt, „Gerdas Frühkneipe“. „Bist du noch nicht müde, und willst noch nicht ins Bette, dann geh doch in die Frühgaststätte!“ Jo, gesagt getan, mein einziges Herrengedeck das ich je da zu mir genommen habe, Bier und ein Korn, hab ich dann direkt bei mir daheim wieder erbrochen. Sorry, aber Korn ist ja nun mal ein Getränk welches bei mir Brechreiz erzeugt. „Gerdas Frühkneipe“…Erinnerungen…Melancholie…Geöffnet nur an Wochenenden und Feiertagen ab 6 Uhr morgens. Dann vornehmlich aufgesucht von Engländern, weil Osnabrück irgendwie Stützpunkt der Tommys ist und die ja bekanntlich gerne viel trinken. Und was machen Tommys noch so, vor allem wenn sie betrunken sind? Genau, sie hauen sich auf die Fresse. Und was macht die Deutsche Polizei, wenn sich Tommys untereinander auf die Fresse hauen? Nichts, genau, dürfen die dann wohl nicht, da haben die Tommys ihre eigenen Cops. Und was machen verkaterte Studenten Sonntag morgen um 11h? Stehen mit Kaffee am Fenster und sehen zu, wie sich Tommys auf die Schulter klopfen, die Polizei tatenlos daneben steht und wundern sich. Und was macht meine Mutter wenn sie mich um 14h besuchen kommt? Wundert sich über das Blut auf dem Gehsteig. Und was machen die Frühgaststättengänger bevor die Gaststätte aufmacht? Liegen bei mir im Hauseingang und ich muss drüber steigen. Und was machen die Frühgaststättengänger bevor sie sich verhauen? Sie singen zu immer der gleichen CD mit, quasi eine Endlosschleife aus Hits, ein Potpourri des Besten was der Markt so hergibt oder auch vor Jahren hervorgebracht hat. Wie sich das auf meine Matratze ohne Bettgestell übertragen hat, brauch ich wohl nicht erwähnen und dass mein allererster morgen im neuen trauten Heim ein Sonntag war wohl auch nicht. Ich bin jedenfalls leicht panisch aufgewacht und hab mich gefragt, wo ich da rein geraten bin. Am dritten Wochenende hab ichs allerdings schon nicht mehr wahrgenommen und nach einem Jahr konnt ich nicht mehr ohne. Son quatsch.

Unsere Vermieterin war eher ein Geist, angeblich wohnhaft in Süddeutschland, hat nur durch Briefe auf sich aufmerksam gemacht, in denen sie meinte, ein „Mietvertrag ist kein Micky Maus Heft“ das man halt so unterschreibt, und „nachdem sie jetzt endlich die Kurden und Türken aus dem Haus hat, will“ sie „keinen Taubenschlag für mittellose Studenten“ eröffnen. Dass unsere Küche, inclusive Bad, weggeschimmelt ist, war ihr irgendwie auch egal, die Mietminderung nicht. Da wurde die Olle fuchsig. Ich glaub sie hat uns dann doch mal besucht und ist dann irgendwann Pleite gegangen und hat das Haus verkauft, dann gab es auch ne neue Küche und mein schwarzer Mitbewohner konnte wieder beruhigt weiterleben. Konnte ja keiner ahnen, der heiß immerhin White. Welch ein drolliger Zufall.

Was für eine Geschichte, aber das ist erst die Vorgeschichte. Der wirklich lustige Part kommt erst noch.

Mein Mitbewohner mit Vorliebe für Musik, Erasco Fertigmenüs und Ebay hatte im eben genannten online Markt ein Faxgerät für seinen Herrn Papa gekauft und dazu irgendwas Kleines. Es klingelt also an unserer Tür und eine etwas schwule Stimme sagt, ich hab hier n Paket für euch. Ich mit meiner irgendwie etwas langen Leitung damals denke noch, was ist denn das für ein schwuler Postbote. Vielleicht sollte ich mal erwähnen, dass mich das nicht stört mit dem schwul sein und so, jedem das seine. Aber nu, er hatte halt diesen typischen schwulen Touch in der Stimme. Jedenfalls wollte er meinen Vorschlag, den Kram in zweiten Stock zu schleppen nicht nachkommen, trotz des Aufzugs, und meinte, ich könne mir das mal schön selbst holen. Ich immer noch in dem Gedanken, dass sei der Postbote, denk mir, dass das mal ne ganz schön faule Sau ist und renn die Treppe runter. Als dann weder Paket noch Postmann vor der Tür war, hab sogar ich geschnallt was die Stunde geschlagen hatte, Paket im „Men’s Life“ abgegeben. Nicht mal meins. Gut, egal, wie sieht denn der „Mens Life“ von innen aus? Interessante Frage und nicht wirklich ne Überwindung da mal reinzuschauen. Wie groß waren die Faxgeräte eigentlich im Jahr 2002 und wie groß die Kartons drum herum? GROSS! Ich also Paket abgeholt und raus aus dem Laden, ein Paket aufm Arm von der Größe einer kleinen Oma und obendrauf, quasi als zusätzliches Bonbon, ein Minipaket. Das in dem Moment natürlich zwei Busse an der Ampel vor dem Sexshop stehen ist auch klar. Da konnte ich mir selbst das Grinsen nicht mehr verkneifen und hab das Superschwuliriesenspaßpaket schön „nach oben“ gebracht.

Die Geschichte in der Geschichte…

Es war dunkel an jenem Abend, das flackernde Licht der Straßenlaterne…hat ehrlich gesagt ziemlich konstant durchgeleuchtet und nicht geflackert, kommt aber in der Vorstellung viel aufregender rüber. Ich führ meinen Teil war jedenfalls auf dem Sprung. Der Herr Benjamin wollte mich mit seinem Vehikel abholen und gen Alex Skatehall befördern, zwecks Konzert oder so. Spät dran wie immer hechte ich mich sportlich zur Wohnungstür heraus, zeitgleich nimmt Benjamin in Manier eines James Bond die Abfahrt, gedacht nur für Busse, aber welcher Penner hat schon Bock einmal um Pudding zu fahren, nur weil da nur Busse lang dürfen? Genau, keiner. Egal, todesmutig und lebensmüde fährt Benni seinen Golf 2 auf den Gehsteig vor meiner Tür und leuchtet den Innenhof aus. Ich springe die erste Treppen hinunter, höre einen Hund bellen im Hof, kann aber im dunkel der Nacht nichts erkennen, nicht mal, obwohl James mit voll Fernlicht den Hof ausleuchtet wo der Puff ist. Benni setzt zurück, der Motor läuft, ich erreiche die den Hauseingang und hechte auf den Gehsteig. Eine fluchtähnliche Situation. Findet auch die Polizei in Undercover, die aus dem Hof kommt. Ihr Schäferhund verkleidet als Schäferhund findet das auch. Gut, erstmal anhalten und nichts tun, sonst wird man evtl. noch erschossen oder vom Hundie liebevoll abgeschlabbert und zerkaut. Naja, die Polizei, dein Freund, Helfer und vor allem Wichtigtuer wie ich finde. Der dumme Hund wollte sich jedenfalls gar nicht mehr einkriegen vor Freude Benni und mich zu treffen und wurde erstmal ins Auto gebracht, nicht in Bennis, sonst wäre der jetzt wohl tot. Unser Abgang hat sich auf jeden fall um einige Minuten verzögert, zwecks Personalienaufnahme, irgendwie sind wir da in ne Razzia rein geraten, bzw. Benni hat etwas Licht in die Puffsituation im Hof gebracht.

An das Konzert danach kann ich mich nicht mehr erinnern, also kann es so schlecht nicht gewesen sein, man erinnert sich ja immer gern an schlechte Dinge.

BLOGGER DIR EINEN!

Jiggy Jiggy. Jetzt auch ich mit illustren Geschichten aus meinem zugegebenermaßen aufregenden Leben. Gründe dafür fallen mir zu Hauf ein.

1) Wer kennt das nicht, da geht mal einer ins Ausland und schon ist man in nem Emailverteiler drin und bekommt in regelmäßigen Abständen Post aus sonst wo von sonst wem und darf dran teilhaben, wie schön das Leben sein kann, während man selber gerade den Pizzarest vom Vorabend verkatert in sich reinzieht und sich schon Gedanken macht wo man sich denn heute Abend die Kante gibt um der Realität zu entfliehen. Während man also die erste Mail aus der Ferne noch aufgeregt liest, verflüchtigt sich das Ganze spätestens bei Email #2, bei der dritten Mail fragt man sich dann, wer der Typ eigentlich noch mal war, aus den Augen aus dem Sinn, und bei Elektrobrief #4 schaltet man den Spamfilter ein. Ziemlich clever also mein Gedanke wie ich finde, keinem auf den großen Onkel zu treten und mit Selbstdarstellungen zu penetrieren. In 60 tagen kehre ich Lübeck den Rücken zu, und meinen weissen Arsch, und im November dann Deutschland und dann aber ab nach USA. Wer also wissen will, ob ich es schaffe dank Junkfood doch noch Puddingmäßig anzudicken oder ob ich mir am muscle beach Bauchmuskelzerrungen bei täglich 200 Sit ups hole, der kann sich das dann hier durchlesen.

Ich finde man sollte eine Aufzählung ruhig mal nach einem Punkt beenden. Mir sind gerade die anderen Gründe entfallen, wahrscheinlich während meines Freudentaumels ausgelöst durch eine warme Mahlzeit.