Freitag, 6. Juli 2007

Mein lieber Herrgesangsverein

Wow, ich hatte gerade den Zustand totaler geistiger Verwirrtheit erreicht, als ich um halb neun abends aus meinem Schönheitsschlaf erwacht bin, der ehrlich gesagt eher kontraproduktive Wirkung hatte. Aufgrund der Tatsache, dass ich letzte Nacht bis halb drei meine dumme „traffic simulation“ zuende programmieren und dokumentieren musste, gepaart mit heute zur Ersten in die FH und dann lernen bis sieben und eh voll viel zu tun und so, stand ich eben etwas neben mir und Augenringe und ziemlich zerknittert. Und dann krieg ich noch im Delirium mit, dass um neun irgendwer vorbeikommt, um die Wohnung anzusehen. Stark, aufräumen, jetzt.
Die erwähnte Simulation hab ich dann heute auch mal gleich eingereicht, was ja auch der letzte mögliche Termin war, weil die Vorlesungszeit ja schon wieder rum ist. Dass ich das Ganze dann allerdings nicht mal simulieren musste sondern nur n bisschen erklären sollte, was ich da so gemacht hab, war dann total toll, weil ich ungefähr 5 Stunden mit Fehlersuche verbracht hab für einen Fehler, den also niemand gemerkt hätte. Erzählen was ich da so gemacht hab, war mit „Ich hab das so kopiert vom letzten Semester“ leider nicht ganz getan. Allein den Sch… zu verstehen und umzuändern hat mich so knapp 20 Stunden meines Lebens gekostet. Wenn nicht noch mehr. Dementsprechend nervöses Auftreten und kurzzeitige Unkenntnis bei einer Frage, hätten fast einen Herzinfarkt bei meinem Gegenüber verursacht. Dem hab ich dann aber doch noch das Leben gerettet und mich ganz wacker geschlagen und jetzt ist das auch mal endlich erledigt.
Wie erwähnt, letzter Vorlesungstag. Schon wieder neigt sich ein Semester dem Ende. Für meinen Geschmack geht das mal alles viel zu schnell. Mit meinem Austauschprogramm bin ich da irgendwie in so einen Strudel rein geraten, der nicht aus Vanilleeis und Blätterteig besteht. Das letzte Jahr war so vollgeballert mit Arbeit, dass die Wochen unbemerkt vorbeigezogen sind. Und jetzt? Jetzt langsam ahne ich erstmals worum es bei dem Austauschprogramm hauptsächlich geht. Austausch. Das sieht mir wieder mal ziemlich ähnlich. Erst handeln, dann denken. Mir sagt man ja manchmal ich solle mir nicht so viele Gedanken machen, ich hab manchmal das Gefühl, ich sollte mir mal zum richtigen Zeitpunkt Gedanken machen.
Heut hab ich dann noch mit einem Ami gelernt und dann haben wir uns bei Google Earth die Welt angeschaut und er hat mir erzählt, wo ich ungefähr überall mal hin müsste in USA. Guter Plan an sich und Recht hat er, und Bilder hatte er, und alles ganz schön. Nur Zeit hat man ja nicht so viel und Geld jetzt auch nicht. Aber so hier und da mal hin wäre ja auch ganz nett.
Aber wie es so oft ist, lernt man die Sachen erst zu schätzen, wenn sie nicht mehr da sind. Ich vermisse u.a. SIE jetzt schon bei dem Gedanken daran, für den Fall, dass ich sie bald nicht mehr haben sollte.




Und während mir Lübeck City oft genug auf die Eier ging (zu Recht) und ich oft hier weg und Praktikum in Hamburg machen wollte, muss ich Trampas zitieren, einen weisen Mann: „Ich glaub in Hamburg kann es einem auch Scheisse gehen!“ Der Standortfaktor ist halt nur einer von vielen in der Formel zum Glück. Und weil Zitate so toll sind: „Que sera sera, what ever will be will be“, “Abwarten, Tee trinken!” und eins vom Falko “Es kommt eh immer alles anders als man denkt”.
Ich mach mich dann mal locker und versuch einfach nicht mehr drüber nachzudenken. Irgendwas geht immer.

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