Donnerstag, 30. August 2007

So schmeckt der Sommer

Bah. Soeben habe ich zur Belüftung meines im Mädchen Stil eingerichteten Zimmers mal das Fenster geöffnet und da war er, der Moment. So ähnlich wie nach dem Winter, wenn man das erste Mal das Gefühl hat, wieder etwas zu riechen, wenn es das erste Mal leicht warm wird. So war das gerade, nur genau andersrum. Dieser Moment, es ist nass und es ist kalt und man denkt: „Kacke, das ist aber nass und kalt.“ Und genau so riecht es dann. Nach Herbst. Nach, sich morgens auf dem Fahrrad die Eier verkühlen, nach den Zug verpassen und 50 min in Gifhorn in einer schlecht Wind geschützten Ecke auf dem Bahnsteig auf den nächsten warten, nach nach Hause gehen und da wartet ein Ordner zum Lernen, nach nichts zu Essen im Kühlschrank, nach um 19h von der Arbeit kommen und um 6h wieder aufstehen müssen, nach dein Mitbewohner präsentiert die saubere Spülmaschine die ausgeräumt werden will und er macht das eh fast immer und auch sonst viel bis alles aber du denkst dir es ist wie bei einem alten Ehepaar, dass dein Tag aus 3 Stunden „Freizeit“ besteht, in denen du am Besten noch irgendeinen langweiligen aber lebensnotwendigen Kack erledigen musst, wie bei der USA-Visa Stelle anrufen und dich für 1,8 Euro/min erst 5 Minuten von einer Computerstimme mit Informationen versorgen lassen musst, die du eh schon alle kennst um dich anschließend von dem total frechen, unhöflichen, dreisten Telefonpisser auf arrogante Art und Weise beschimpfen zu lassen nur weil du einen verkackten Termin brauchst, oder beim Zahnarzt anrufen musst, während er, dein fast Ehepartner, Semesterferien hat seit ungefähr grob geschätzten 20 Semestern und wann sein Tag anfängt willst du gar nicht wissen, aber wahrscheinlich nicht vor Mittag und da kann man das mit den 2 Minuten Müll rausbringen-Job und der Spülmaschine jawohl mal machen, es riecht nach zeitweise zweifeln und dem Gedanken –wasistwenn- ich das doch nicht schaffe, ich das doch nicht will, mir das doch nicht gefällt, es riecht nach mal wieder zu schüchtern sein und nach viel zu viel nachdenken, wenn denn dafür überhaupt mal Zeit ist, nach sich eine Holga kaufen und dann keine Zeit zu haben und wenn dann doch, dann geht die Sonne gerade unter, nach alle fahren in den Urlaub nur ich nicht, nach ich hab nicht viel mitbekommen vom Sommer, nur im Radio gehört, dass da eh nicht soviel war, aber auch nach, ich hätte eh nicht gewusst wohin mit mir und was zu tun gewesen wäre, es riecht nach alles ist cool, so kann es bleiben aber auch gleichzeitig schon wieder so penetrant nach Zwangsveränderung, nach die Sache nicht in der Hand zu haben und den Dingen ihren Lauf zu lassen, es riecht nach Nutella und nach Käse und nach falschem Satzbau und eigentlich war das gerade nur der Moment, indem es das erste Mal nach dem Sommer so nass und kalt ist, dass man an den Herbst riecht.

1 Kommentar:

Der Be hat gesagt…

Up and down and moving all around!

Mit verstopfter Nase geht es einfacher durch das Leben, ist aber total öde.
Wenn man sich das Riechorgan in den Alpen mal so richtig frei pusten lässt, hilft es auch!